
Schlagloch auf der Straße. © ADFC/ Gerhard Westrich
HAZ-Leserbrief - Unfallbilanz Polizei Region : "HAZ: Wesentliches nicht genannt"
Wieder mehr Tote: Verfehlte Verkehrspolitik in der Region Hannover
Kernbotschaft:
Die HAZ-Zahlen erzählen nicht die ganze Wahrheit – und genau das verhindert echte Fortschritte für die Verkehrssicherheit.
HAZ 15.4.2026 Seite 24 unten
"32 Tote im Verkehr - Wesentliches nicht genannt"
Die HAZ berichtet richtigerweise, dass die Zahl der im Jahr in der Region Hannover im Straßenverkehr Getöteten wiederum zugenommen hat: Ein klarer Verstoß der dafür Verantwortlichen gegen die auch in Deutschland rechtsverbindliche "Vision Zero". Wenn aber nun doch jemand an verantwortlicher Stelle angefangen sollte, diese Rechtsvorschrift umzusetzen, dann lohnt sich ein Blick auf die Verursacher der 2025 getöteten 34 Personen: Da verstehe ich nicht, dass die HAZ DAS nicht auch veröffentlicht hat, obwohl es im gleichen Polizeibericht wie die anderen Zahlen steht. Die verantwortlichen Verursacher für die 34 Verkehrstötungen 2025 in der Region Hannover stellt die Polizei so dar:
Verursacher der 34 tödlichen Unfälle 2025
- 12 tot = 35,3 %: Personen in Pkw
- 6 tot = 17,6 %: Personen in Lkw
3 tot = 8,8 %: Kradfahrende - 2 tot = 5,8 %: Personen in sonstigen Fahrzeugen
68 %: Verursacher 23 x Personen mit Kraftfahrzeugen
- 6 tot = 17,6 %: Fußgängerinnen und Fußgänger
- 5 tot = 14,7 %: Radfahrende
32 %: Verursacher 11 x Personen ohne Kraftfahrzeuge
Also, wer diese obigen Zahlen so liest, findet sehr schnell heraus, an welcher Stelle die hier bei uns für die Verkehrssicherheit Verantwortlichen den Hebel besonders kräftig zum raschen Erreichen der Rechtsvorschrift "Vision Zero" in der Region Hannover anzusetzen haben: Um ihre Dienstverpflichtungen zu erfüllen..
Dr. Reinhard Spörer, Langenhagen
Der ADFC Langenhagen kritisiert die Berivhterstattung zur aktuellen Unfallbilanz der Polizei zur Region Hannover deutlich: Zentrale Ursachen und Zusammenhänge werden in der öffentlichen Darstellung – etwa in der Berichterstattung der HAZ – schlicht ausgeblendet.
Im Fokus der Kritik steht vor allem die unvollständige Datendarstellung der HAZ. So werden Unfallursacher*innen nicht dargestellt, während entscheidende Faktoren wie Abbiegeunfälle, Vorfahrtsverstöße oder infrastrukturelle Mängel kaum sichtbar werden. Dadurch entsteht ein schiefes Bild, das nicht bei der Bekämpfung der Ursachen weiterhilft
Der ADFC fordert daher mehr Transparenz, eine vollständige Auswertung der Unfalldaten und - vor allem - eine ehrliche Ursachenanalyse UND eine Verursacher*innenanalyse. Nur auf dieser Basis lassen sich wirksame Maßnahmen entwickeln – etwa sichere Kreuzungen, bessere Radinfrastruktur und gezielte Verkehrsüberwachung.
Kernbotschaft: Die HAZ-Zahlen erzählen nicht die ganze Wahrheit – und genau das verhindert echte Fortschritte für die Verkehrssicherheit.
- Quelle der obigen Zahlen:
Polizeibericht 2. Absatz unter der Überschrift “Wer war betroffen?”
- Quelle "Vision Zero":
Zitat:
" Oberstes Ziel ist dabei die Verkehrssicherheit. Hierbei ist die „Vision Zero“ (keine Verkehrsunfälle mit Todesfolge oder schweren Personenschäden) Grundlage aller verkehrlichen Maßnahmen."
Quelle:
Straßenverkehrsordnung VwV zu §1, Absatz I, Satz 2 und 3