
Das rote Tuch © ADFC Langenhagen
Der NDR und das "Rote Tuch" am Lkw-Spiegel: Verkehrserziehung oder Inszenierung?
Mehr dazu im unten verlinkten Originalbeitrag des NDR ...
Der jüngste Bericht des NDR SH über die Lkw-Aktion „Pass auf: Toter Winkel“ wirft Fragen auf. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Grundschulkinder, die ...
Wie der NDR uns irritiert ...
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Das rote Tuch, Kurzversion
Der NDR SH Norderstedt berichtet kommentarlos über SO eine Schulkinder-Verkehrserziehung:
- zwei Spiegel abgedeckt, um den “Toten Winkel” zeigen zu können,
- das Handy im Handyhalter verdeckt den rot abgedeckten Spiegel,
- Abbiegeassistent nicht eingeschaltet, der Kinder schützen könnte,
- GROßE gelbe Minion-Figur verdeckt Lkw-Windschutzscheibe teilweise,
- mehrfache RSH-Logo-Werbung im NDR-SH-Bild.
Hmmmm, …
Echt-Bild im unten verlinken NDR-SH-Beitrag
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Schau auf diesen Link:
Das rote Tuch, und das weiße Tuch auch noch
Die Bilder mit dem rot verdeckten Lkw-Seitenspiegel befinden sich in diesem Beitrag des NDR Schleswig-Holstein Studio Norderstedt:
- NDR-Bericht
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/pinneberg_segeberg_stormarn/norderstedt-darum-ist-der-tote-winkel-bei-lkw-so-gefaehrlich,toterwinkel-114.html
Mit Nachrichtenton-Wiedergabe zu diesem Thema ab Minute 03:05.
- Hier bist Du im Bilde
Link zum NDR-Bild:
Das rote Tuch UND die weiße Plastiktüte:
Originalbild des NDR mit ZWEI zugebundenen Spiegeln - (C) NDR SH Norderstedt Pia Klaus
- Spiegel unten abgebunden mit rotem Tuch
- Spiegel oben abgebunden mit weißem Plastik
Frage:
Gäbe es überhaupt einen “toten Winkel”,
wenn diese beiden Lkw-Spiegel nicht verdeckt wären`?
- Auch auf diesem Foto zu sehen:
Der NDR weist nicht darauf hin, dass dieser MAN-Lkw mit einem MAN-Abbiegeassistenten ausgestattet ist, in dessen Bildschirm Personen seitlich rechts sehr gut zu sehen sind. Zusätzlich bremst der Abbiegeassistent den Lkw automatisch ab.
=> Dieser Abbiegeassistent ist NICHT eingeschaltet: Warum?
=> Wir halten das für erforderlich für eine realistische Aufklärung.
- Außerdem:
Wir halten eine freie Sicht durch die Lkw-Windschutzscheibe für unerlässlich.
Deshalb haben Gegenstände dort wie die Minion-Figur mit Goldbehang im Bilde nichts zu suchen, denn sie erzeugen “tote Winkel” ….
Interessant ist auf diesem Bild aber vor allem etwas anderes:
- Der kleine Weitwinkelspiegel unten rechts am Hauptspiegel ist tatsächlich mit einem roten/orangen Tuch teilweise oder ganz verdeckt.
- Gleichzeitig demonstriert der Mann im Fahrerhaus offenbar die Sichtverhältnisse.
- Für einen Betrachter entsteht dadurch leicht der Eindruck, die gezeigten Sichtverhältnisse entsprächen einem normalen Lkw im Straßenverkehr, was nach unserem Ersachten aber nicht zutrifft …
Genau daraus ergibt sich diese kritische Frage an den NDR:
Zeigt die Demonstration die tatsächlichen Sichtverhältnisse eines vorschriftsmäßig ausgerüsteten Lkw – oder werden diese durch das Abdecken eines vorgeschriebenen Spiegels künstlich verschlechtert?
Das ist die sachliche Frage:
- Auf dem Foto wirkt das rote Tuch jedenfalls nicht wie ein zufälliger Gegenstand, sondern eher wie eine bewusst angebrachte Abdeckung des unteren Spiegels.
- Ob dadurch tatsächlich ein oder zwei nach § 56 StVZO vorgeschriebener Spiegel verdeckt werden und welche Auswirkungen das auf die Demonstration hat:
DAS ist unsere journalistische Nachfrage an den NDR (und an die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein).
- Denn DAS besagt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung im Paragraph 56 StVZO “Spiegelparagraph”
§ 56 Spiegel und andere Einrichtungen für indirekte Sicht
Absatz (1) Kraftfahrzeuge müssen nach Maßgabe der Absätze (2) bis (3) Spiegel oder andere Einrichtungen für indirekte Sicht haben, die so beschaffen und angebracht sind, dass der Fahrzeugführer
- nach rückwärts,
- zur Seite
- und unmittelbar vor dem Fahrzeug
auch beim Mitführen von Anhängern alle für ihn wesentlichen Verkehrsvorgänge beobachten kann.
Sofort stillzulegen
Fahrzeuge, die dieser Vorgabe NICHT entsprechen, müssen SOFORT aus dem Verkehr gezogen werden.
Und nochmals
Wir halten Kfz,
- die in mehrfacher Hinsicht nicht den Vorschriften entsprechen
- bzw. bei denen auf das Einschalten vorhandener Sicherheitseinrichtungen verzichtet wird,
für wenig förderlich in einer realisischen, tatsachenbasierten Verkehrserziehung, für Schulkinder.
Der NDR und der Lkw:
Aufklärung mit roten Tatsachen
Der jüngste Bericht des NDR Schleswig-Holstein über die Aktion „Pass auf: Toter Winkel“ in Norderstedt wirft Fragen auf. Im Mittelpunkt der Veranstaltung der Landesverkehrswacht SH stehen Grundschulkinder, die lernen sollen, wie gefährlich rechts abbiegende Lastwagen sein können.
Was uns am NDR-Bericht irritiert
Auf den veröffentlichten Bildern ist ein Spiegel eines Lkw mit einem auffälligen roten Tuch verdeckt. Damit wird Kindern demonstriert, was ein Lkw-Fahrer angeblich nicht sehen kann.
Doch warum wird ein vorgeschriebener Spiegel überhaupt verdeckt?
Nach unserem Verständnis sollte Verkehrssicherheitsarbeit die reale Verkehrssituation zeigen – nicht eine künstlich verschlechterte. Wenn ein Spiegel ordnungsgemäß vorhanden und eingestellt ist, gehört er zur tatsächlichen Sichtausstattung des Fahrzeugs. Wird er bewusst abgedeckt, entsteht zumindest die Frage, ob Kindern damit ein Szenario gezeigt wird, das mit einem verkehrssicheren Lkw so gar nicht existiert.
Warum werden immer die potenziellen Opfer geschult?
Seit Jahren erleben wir ein Muster:
- Kinder, also Minderjährige, lernen, wie sie von Lkw nicht überfahren werden.
- Radfahrende lernen, wie sie von Lkw nicht überfahren werden.
- Fußgänger lernen, wie sie von Lkw nicht überfahren werden.
Aber wo bleibt die gleiche Aufmerksamkeit für diejenigen, die mehrere Tonnen schwere Fahrzeuge führen?
- Wer - besonders als Volljühriger - ein Fahrzeug / einschweres Fahrzeug wie einen Lkw bewegt, das Menschen töten kann, trägt die größte Verantwortung.
- Deshalb sollte Verkehrssicherheitsarbeit ihren Schwerpunkt viel stärker auf Fahrer, Unternehmen, Strecken- und Schulwegeausbau und auf Kontrollen legen.
Was würde wirklich helfen?
Statt immer neue Opfer-Schulungen auszubauen, wären wirksame Maßnahmen denkbar:
- regelmäßige Schulungen von Lkw-Fahrern zu Abbiegeunfällen und Sichtfeldern:
=> Spiegeleinstellung prüfen nach StVZO-Spiegel-Paragraph 56
=> Abbiegeassistensten richtig nutzen - konsequente Lkw-Polizeikontrollen der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit beim Rechtsabbiegen,
- regelmäßige Kontrollen der vorgeschriebenen Spiegel- und Kamerasysteme,
- konsequente Nachrüstung und Nutzung von Abbiegeassistenzsystemen,
- getrennte Ampelphasen: Fuß- und Radverkehr geradeaus <=> abbiegende Kraftfahrzeuge,
- Umbau bekannter / absehbarer Unfallschwerpunkte.
Dass solche Umbauten möglich sind, zeigen zahlreiche Kreuzungen => oft nach schweren Abbiegeunfällen:
Denn: Technik und Verkehrsplanung können Konflikte entschärfen – wenn der politische Wille vorhanden ist.
Die entscheidenden Fragen an NDR und Landesverkehrswacht
- Warum wird Kindern vor allem beigebracht, wie sie Fehler anderer / Volljähriger ausgleichen sollen?
- Warum wird nicht mit gleicher Intensität darüber berichtet, wie Fahrer, Unternehmen, Behörden und Infrastrukturbetreiber ihrer Verantwortung gerecht werden müssen?
Verkehrssicherheit entsteht nicht dadurch, dass man Kinder immer besser auf Gefahren vorbereitet: Verkehrssicherheit entsteht vor allem dann, wenn gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen.
Wer Kinder schützen will, sollte deshalb nicht nur die potenziellen Opfer - mit “echten” Angaben - schulen, sondern vor allem die Ursachen bekämpfen UND potentielle Täter informieren / einweisen / kontrollieren.
Und noch ein Hinweis an den NDR:
Wir finden es interessant, dass in diesen NDR-Bild zu sehen ist, dass es auf dem Armaturenbrett des MAN-Lkw mehrere R.SH-Symbole gibt:
=> RSH = Radio Schleswig-Holstein.
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Die Radverkehrs-Unfalllage in Norderstedt
Nach den letzten vorliegenden amtlichen Zahlen gab es in Norderstedt diese bezogene Anzahl von Unfällen mit Körperschädigung mit Beteiligung Radfahrender:
- 14,86 Rad-Unfälle je 10.000 Einwohn.: Norderstedt
Im Vergleich dazu: - 11,24 Radunfälle je 10.000 Einwohn.: Kreis Segeberg
- 10,20 Radunfälle je 10.000 Einwohn.: Bundesrepublik Deutschland
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Der Bezug dieses Beitrages zu uns in Langenhagen
Bei Lkw-Rechts-Abbiegeunfällen wurden Radfahrende in Langenhagen / aus Richtung Langenhagen u.a hier getötet:
- Hanseatenstraße/ Am Pferdemarkt
- Industrieweg / Vahrenwalder Straße
- Ada-Lessing-Straße / Langenforther Straße








